Der CO₂-Preis ist eines der zentralen Instrumente der Klimapolitik in Deutschland. Ziel ist es, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu reduzieren und gleichzeitig den Umstieg auf erneuerbare Energien zu fördern. Für Eigentümer, Vermieter und Mieter bedeutet das jedoch vor allem eines: Heizen mit Öl und Gas wird zunehmend teurer.

Doch wie genau wirkt sich der CO₂-Preis aus? Und wer trägt die steigenden Kosten?

Was ist der CO₂-Preis und warum gibt es ihn?

Seit 2021 wird in Deutschland ein Preis auf den Ausstoß von CO₂ erhoben. Dieser betrifft insbesondere fossile Brennstoffe wie:

  • Heizöl
  • Erdgas
  • Benzin und Diesel

Die Idee dahinter ist einfach: Wer mehr CO₂ verursacht, zahlt mehr. Dadurch sollen klimafreundlichere Alternativen wirtschaftlich attraktiver werden. 

Der CO₂-Preis steigt dabei schrittweise an. Während er 2021 noch bei 25 Euro pro Tonne lag, erreicht er im Jahr 2026 einen Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂. 

Wie stark steigen die Heizkosten durch den CO₂-Preis?

Die steigenden CO₂-Kosten wirken sich direkt auf die Heizkosten aus. Besonders betroffen sind Haushalte mit Gas- oder Ölheizungen.

Beispiele für 2026:

  • Gas wird um bis zu 1,55 Cent pro Kilowattstunde teurer  
  • Heizöl verteuert sich um bis zu 20,7 Cent pro Liter  

Das kann sich deutlich bemerkbar machen:

  • Bei einem Gasverbrauch von 20.000 kWh entstehen zusätzliche Kosten von über 300 Euro jährlich  
  • Bei einer Ölheizung können ebenfalls mehrere hundert Euro Mehrkosten entstehen

Auch der ADAC zeigt, dass die CO₂-Kosten je nach Gebäudezustand stark variieren können – von rund 113 Euro bis über 400 Euro jährlich. 

Wer zahlt den CO₂-Preis – Mieter oder Vermieter?

Eine wichtige Frage für den Immobilienbereich lautet: Wer trägt die zusätzlichen Kosten?

Seit 2023 gilt in Deutschland das sogenannte Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz. Dieses regelt, dass sich Mieter und Vermieter die CO₂-Kosten teilen.

Dabei gilt:

  • In schlecht gedämmten Gebäuden trägt der Vermieter den Großteil der Kosten
  • In energieeffizienten Gebäuden zahlen Mieter einen höheren Anteil
  • Die Verteilung reicht von 0 bis 95 % Vermieteranteil  

Der Hintergrund: Vermieter sollen einen Anreiz erhalten, ihre Gebäude energetisch zu sanieren.

Ein Beispiel:

  • Sehr ineffizientes Gebäude → Vermieter zahlt bis zu 95 %
  • Sehr effizientes Gebäude → Mieter zahlt bis zu 100 %  

Fragen zur CO₂-Umlage?

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Warum der CO₂-Preis langfristig weiter steigen dürfte

Der CO₂-Preis ist kein kurzfristiges Instrument. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Kosten in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

Experten rechnen damit, dass:

  • der Preis langfristig deutlich über 100 Euro pro Tonne steigen kann
  • fossile Energieträger weiter verteuert werden
  • erneuerbare Heizsysteme wirtschaftlich attraktiver werden

Ein wichtiger Schritt ist dabei der europäische Emissionshandel, der ab 2028 auch den Gebäudesektor stärker einbeziehen soll. 

Auswirkungen auf Mieter: Höhere Nebenkosten möglich

Für Mieter bedeutet der steigende CO₂-Preis vor allem eines: höhere Heizkosten.

Diese zeigen sich in der Nebenkostenabrechnung:

  • CO₂-Kosten müssen dort transparent ausgewiesen werden  
  • je nach Gebäudezustand kann ein Teil der Kosten direkt beim Mieter landen
  • bei steigenden Preisen wächst die finanzielle Belastung

Besonders problematisch wird es in unsanierten Gebäuden mit hohem Energieverbrauch. Hier steigen die Gesamtkosten deutlich – auch wenn der Vermieter einen größeren Anteil übernimmt.

Auswirkungen auf Vermieter: Sanierungsdruck steigt

Auch für Vermieter hat der CO₂-Preis klare Konsequenzen:

  • steigende Kosten bei ineffizienten Gebäuden
  • wachsender Druck zur energetischen Sanierung
  • mögliche Investitionen in neue Heizsysteme

Wer nicht modernisiert, trägt langfristig einen höheren Anteil der CO₂-Kosten. Gleichzeitig können Investitionen in Energieeffizienz helfen, die laufenden Kosten zu senken.

Fazit: CO₂-Preis macht fossiles Heizen zunehmend unattraktiv

Der steigende CO₂-Preis führt dazu, dass Heizen mit Öl und Gas Jahr für Jahr teurer wird. Sowohl Mieter als auch Vermieter sind davon betroffen – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.

Wichtig ist:

  • Die Kosten werden künftig weiter steigen
  • Die Aufteilung zwischen Mieter und Vermieter hängt vom Gebäudezustand ab
  • Energetische Sanierungen gewinnen stark an Bedeutung

Langfristig verfolgt der CO₂-Preis ein klares Ziel: den Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Für Eigentümer und Mieter bedeutet das jedoch zunächst vor allem steigende Kosten und die Notwendigkeit, sich frühzeitig mit alternativen Heizlösungen auseinanderzusetzen.


Quelle zum Text: Hier.


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